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9 Heiter im Kreis - Der Reigen

Die antike Form des Reigens war die griechische Chorea („das Tanzen, der Chortanz, Reigentanz“), ein vorzugsweise kultischer Tanz mehrerer Personen zu Gesang. Das Wort χορός choros (m.; vergleiche deutsch „Chor“) bezeichnet in den ältesten Quellen und noch bei Homer den Tanzplatz, dann aber auch die Gruppe der Tänzer, die zugleich Sänger waren, und schließlich den Tanz zu Gesang selbst.


Homer berichtet von heiteren Kreistänzen junger Männer, die allein oder gemeinsam mit den Frauen getanzt wurden, zu Hochzeiten, zur Weinlese oder einfach aus jugendlichem Lebensüberschwang.


Auch im Mittelalter bezeichnet sie eine Tanzform der Bauern, die im Sommer im Freien getanzt wurde. 

Henri Rousseau, La Carmagnole
Henri Rousseau, La Carmagnole

Bei den Rittern spielte der Reigentanz neben dem Minnesang ebenfalls eine besondere Rolle. Bei kleineren, intimen Veranstaltungen hatten Spielleute keinen Zutritt, so dass nie von Instrumentalmusik bei solchen Veranstaltungen berichtet wurde. Statt dessen schritt ein Vorsänger voraus, der den Reigen anführte, die Tänzer des Reigens stimmten jeweils in den Refrain ein. Diese Form ist bereits für das 12. Jahrhundert bekannt. 


Kreistänze finden sich heute noch im Volkstanz vieler Nationen, wie dem russischen Chorowod, Tänzen aus dem Balkan, Griechenland und der Türkei.


Wir hören hier zwei Reigen: Einmal von Igor Strawinski, Feuervogel Suite III: Reigen der Prinzessinnen Der Feuervogel war Strawinskis erste Ballettmusik für die Ballets Russes in Paris und ein durchschlagender Erfolg. Die Musik ist geprägt von zarten Feinheiten, treibenden Rhythmen, folkloristischem Tonfall und schwebenden Stimmungsbildern, die sich abwechseln.

Die Aufnahme ist vom WDR-Sinfonieorchester unter Jukka-Pekka Saraste.




Den Reigen (hier Reie) von Carl Orff aus der Carmina Burana, kennt ihr natürlich alle. Man hört die Reihe der Tänzer langsam auftreten, dann wirds erst schwungvoll, dann sentimental und zuletzt turbulent. Sla! Wie es sich für ein rechtes Volksfest gehört.

Eine ältere Aufnahme mit Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Eugen Jochum.


 
 
 

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