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23 Getanzte Wehmut - Tango

  • Sybille
  • 23. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

So heiter es beim Walzer gestern zuging, so melancholisch ist die Grundstimmung beim Argentinischen Tango. Der Tango entstand im 19. Jahrhundert in Buenos Aires aus einer Vielzahl von Einflüssen der Einwanderer in das Gebiet am Rio de la Plata. Es vermischten sich kreolische und afrikanische Elemente, die Habanera aus Kuba, auch europäische Einflüsse wie die Mazurka und Polka, das Bandoneon aus Deutschland (erfunden von dem Krefelder Heinrich Band) und Drehungen von Walzer und Ländler.


Aus diesem Sammelsurium städtischer Musik und Tänze, vermischt mit den ländlichen Payadas der Gauchos, entstand die städtische Milonga. Etwa um 1880 begann man in Buenos Aires und Montevideo zu dieser Musik zu tanzen. Später verlangsamten sich die leichten, fröhlichen Lieder der Milonga zum ernsteren Tango. 

In den Hafenvierteln, in einem Milieu von Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution, wurde der Tango zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit

des Porteño (span.: Hafenstadtbewohner – so bezeichnen sich die Einwohner von Buenos Aires selbst). In der Oberschicht galt er aufgrund seines Ursprungs auch weiterhin als Ausdruck von Verkommenheit, Zweideutigkeit und Hoffnungslosigkeit. Die Mehrheit der Bevölkerung ließ sich davon allerdings nicht stören und strömte zu den Milongas (den Tanzveranstaltungen).


In Paris avancierte Tango vor dem Ersten Weltkrieg dann zum erfolgreichen Modetanz, sodass einige Orchester vom Río de la Plata in der Alten Welt Erfolge feiern konnten. Da Paris in jener Zeit das Nonplusultra der Eleganz war, wurde der Tango auch im übrigen Europa bekannt und beliebt. Mit der Akzeptanz in Paris, das auch am La Plata als modisches Vorbild galt, wurde der Tango auch von der Oberschicht der argentinischen und uruguayischen Gesellschaft akzeptiert, und es entwickelte sich der Tango de salón

Die Zeit zwischen 1935 und 1955 wird als das Goldene Zeitalter des Tangos bezeichnet.


Astor Piazzolla (1921 in Mar del Plata geboren und vom vierten bis achten Lebensjahr in New York lebend) hatte zu Beginn ein größeres Interesse am Jazz und an der Musik von Johann Sebastian Bach als am Tango. Seine Musik ist sowohl vom Jazz als auch von der Klassik beeinflusst. Er erweiterte sein Orchester um Schlagzeug und elektrische Gitarre. Sein Tango polarisierte Musiker, Presse und Publikum und galt zu Beginn in orthodoxen Tangokreisen als nicht tanzbar, er wurde offen angefeindet. Mit seinem Tango Nuevo wurde er jedoch für die nächsten Jahrzehnte zum großen Erneuerer und weltweiten Repräsentanten der Musik vom Rio de la Plata.


Wir hören die Nr. II aus dem Concierto del Angel von Astor Piazzolla, gespielt vom Ensemble Salut Salon aus Hamburg.


„Milonga del ángel“ beschwört einen Tanz von ätherischer Eleganz und tiefgründiger Seele herauf. Das Stück fängt das zarte und doch intensive Zusammenspiel himmlischer Anmut und irdischer Leidenschaft ein und verkörpert so den Geist des Tangos. Es webt einen Teppich der Emotionen, in dem jede Note wie ein Engelsflüstern emporsteigt und im Herzen widerhallt.“ 


„Piazzolla is a master at portraying wistful nostalgia in a way that somehow lifts the heart. He described himself as loving listening to Schumann and Mahler because it made him sad - “Music is a sad thing, but I feel happy in the company of sadness”. 



 
 
 

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