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8 Lerne tanzen, sonst wissen die Engel nichts mit dir anzufangen *

Tanz ist überall, es gibt keine Kultur, kein Land, keine Gemeinschaft, in der nicht getanzt wird. Das hängt damit zusammen, dass die Wurzeln des Tanzes tief reichen – bis zurück in unsere Vorgeschichte. Schon in der Steinzeit nutzten Menschen Tanz, um Gemeinschaft zu stärken, Rituale zu begleiten oder Geschichten zu erzählen – lange bevor es schriftliche Aufzeichnungen gab. Noch vor der Entwicklung komplexer Sprachen nutzten die Menschen ihren Körper, um so zu kommunizieren.


So wie nicht jeder Klang Musik ist, so ist nicht jede Bewegung Tanz. Die Begriffe Musik und Tanz bergen qualitätsbildende Eigenschaften, charakterisiert durch Organisiertheit ihrer Bestandteile wie auch durch bestimmte ästhetische Maßstäbe. Das können sein:


  • Wille zum Ausdruck

  • Bewusstsein für Wirkung

  • Technik

  • Abstraktion und Gestaltung


Franz Carl Remp: Der Tanz um das goldene Kalb
Franz Carl Remp: Der Tanz um das goldene Kalb

Im Alten Testament erscheint der Tanz als selbstverständlicher Teil religiös-kultischer Praxis, sowohl in Bezug auf Jahwe wie auf andere Götter. Die Israeliten tanzten um das Goldene Kalb, womit sie Götzendienst begingen. Ebenso tanzten die Verehrer Baals. König David hingegen führte zu Ehren Jahwes einen Sakraltanz vor der Bundeslade auf. In den Psalmen wird der Tanz ebenso wie die Musik als Form der Gottesverehrung verstanden: „Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz, ihm spielen auf Pauken und Harfen“.


Im neutestamentlichen Gleichnis von den musizierenden Kindern wird die Musik bzw. das Tanzen als Metapher für die religiöse Praxis der Gläubigen verwendet.


*Augustinus von Hippo zugeschrieben

 Der archaische Charakter des Tanzes für Baal ist hier bei Mendelssohn im Elias schön zu hören: Felix Mendelssohn Bartholdy, Elias op. 70, Nr. 11: Baal erhöre uns, gesungen (natürlich) vom Musikverein zu Düsseldorf. Eine Aufnahme von 1996, bei ich dabei war.


Ebenso archaisch mutet der Tanz der Ritter aus Prokofiews Romeo und Julia an mit seinem stampfenden Rhythmus und düsteren, tiefen Klängen im forte.


 
 
 

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