4. Zeiten des Umbruchs
- Sybille
- 4. Dez. 2021
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Wir springen zurück um einigen Jahrhunderte und landen im 16. Jahrhundert. Auch das eine Zeit des Wandels.

Michael Praetorius wurde geboren im Jahr 1571 (im selben Jahr wie Michelangelo) und war Sohn eines streng lutherischen Pfarrers. Er erlebte erste Religionskriege, die die aus der Reformation erwachsene welt-anschauliche Heterogenität zu lösen suchten. Als er 1621 starb, hatte der Dreissigjährige Krieg schon begonnen, der mit nie dagewesenen Zerstörungen die Bevölkerung Europas von ca. 17 auf 10 Mio. Einwohner schrumpfen liess.
Im Werk des Lyrikers Andreas Gryphius (1571-1621) überwog der Pessimismus und der Gedanke der Vergeblichkeit menschlichen Tuns angesichts der Schrecken des Krieges. Aus der Oper „Kepler“ von Philipp Glass hier ein Stück, das auf Gryphius’ Lyrik basiert und die Bedrängungen jener Zeit sehr gut einfängt, natürlich im „Glass-Sound“, der hier ganz treffend beschrieben ist: [Glass] „….variiert das Bewährte stets von Neuem: den Dreiklang als Triumph der Tonalität; die fortwährende, pulsierende Motiv-Repetition, die einst tatsächlich Sogwirkung besaß; die von Skalen und Arpeggien bestimmten Klangkulissen; Monotonie als Voraussetzung des Meditativen Richtung Trance.“
Auch Heinrich Schütz (1585-1672) erlebte diese Zeit. Mit ihm sind wir dann aber musikgeschichtlich schon im Frühbarock angelangt. Er erlebte "aus dem Zusammentreffen von Dreißigjährigem Krieg, Seuchen (sic!) und sozialen Umwälzungen …schwierige Lebensumstände“. (zitiert aus Wikipedia). Von ihm kommt hier aus den Symphoniae Sacrae op. 12 „Mein Herr, warum hast du das getan“.
Enden wir diesen Exkurs in eine ebenso turbulente Zeit wie die Unsere versöhnlich mit dem Großmeister des Barock, mit Joh.Seb. Bach 1685-1750.




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