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19. Verwandlungsmusik

  • Sybille
  • 19. Dez. 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Verwandlung nennt sich in der Theatersprache eine Änderung des Bühnenbilds durch die Bühnentechniker und Requisiteure oder die Bühnenmaschinerie. Zumeist geschehen Verwandlungen bei geschlossenem Vorhang. Wenn sie vom Publikum aus beobachtet werden können, nennt man sie „offene Verwandlung“. Häufige Verwandlungen sind seit dem Barocktheater beliebt, etwa in Zauberstücken und Zauberopern.


Die Verwandlungsmusik aus dem ersten Akt des “Parsifal” hingegen soll nicht den Umbau auf der Bühne kaschieren, sondern eine Verwandlung des Raums beschreiben. Sie ist ein orchestrales Zwischenspiel, worin Gurnemanz, der alte Wächter der Gralstradition, Parsifal, den keuschen und naiven Helden reinen Herzens, an die Hand nimmt und ihn in eine Phantasiepassage führt, wo die Zeit zum Raum verwandelt ist. In diesem Raum vollzieht Anfortas das Ritual der Enthüllung des Grals.


Was ist der Gral? "Der Gral ist die krystallene Trinkschale, aus welcher einst der Heiland beim letzten Abendmahl trank und seinen Jüngern zu trinken reichte: Joseph von Ariamathia fing in ihr das Blut auf, welches aus der Speerwunde des Erlösers vom Kreuze herabfloss. Die Idee eines Gefäßes, das eine göttliche Essenz birgt, weist jedoch weit über den christlichen Kulturkreis hinaus und findet Vorläufer in keltischer und orientalischer Tradition. In der christlichen Tradition wird der Gral auch synonym für die Bundeslade verwendet -dem Aufbewahrungsort der Gesetze Mose - also ein Bild für moralische Orientierung, höherer Ordnung."


„Als ich, keines Wortes fähig, aus dem Festspielhaus hinaustrat, da wusste ich, dass mir das Größte, Schmerzlichste aufgegangen war und dass ich es unentweiht mit mir durch mein Leben tragen werde“. Gustav Mahler


„Obgleich ich recht skeptisch hinging und das Gefühl hatte, nach Lourdes oder zu einer Wahrsagerin oder an sonst einen Ort suggestiven Schwindels zu pilgern, war ich schließlich tief erschüttert. Gewisse Stellen namentlich im III. Akt, die Karfreitagsmusik, die Taufe, Salbung, dann aber auch das unvergessliche Schlussbild – sind bedeutend und durchaus unwiderstehlich […] Eine so furchtbare Ausdruckskraft gibt es wohl in allen Künsten nicht wieder. Die Akzente der Zerknirschung und Qual, an denen Wagner sein ganzes Leben lang geübt hat, kommen erst hier zu ihrer endgültigen Intensität.“ Thomas Mann




 
 
 

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