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17. Wenn die letzte Posaune erschallt

  • Sybille
  • 17. Dez. 2021
  • 1 Min. Lesezeit

"Siehe, ich sage euch ein Geheimnis:

Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden

und dasselbige plötzlich, in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune."

1. Korinther15,51


Im sechsten Satz des Deutschen Requiems kündigt der Solist diese Verwandlung an und es wird eine plötzliche sein. Es wird die letzte Posaune erschallen.


"Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten verwandelt werden. Dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?"


Eigentlich handelt es sich aber um ein Widderhorn (Schofar). Im Alten Testament lesen wir von der Bedeutung des Widderhorns (Schofar), das bis heute am jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana und am grossen Versöhnungstag Jom Kippur geblasen wird. Ursprünglich ein militärisches Signalhorn (vgl. die Eroberung von Jericho; Josua 6,4-20), kam dem Schofar bald symbolische Bedeutung zu: Das Widderhorn verkündet die Befreiung von Gefangenen (3. Mose 25,9-10) und ist Zeichen der Offenbarung Gottes (2. Mose 19,16).


Martin Luther übersetzte Schofar mit dem Wort Posaune, das im frühen 16. Jahrhundert noch nicht das uns heute bekannte Zug-Blasinstrument bezeichnete, sondern ein Sammelbegriff für Blasinstrumente war.


Das Instrument, das wir heute als (Zug-)Posaune kennen, hiess ursprünglich "burgundische Pfeyffe" und stellte im 16. Jahrhundert eine bewunderte musikalische Innovation dar, weil der "Zug" ermöglichte, auf einem Blechblasinstrument die gesamte chromatische Tonleiter zu spielen. Die Pumpventile, mit denen heute alle übrigen Blechblasinstrumente ausgestattet sind, wurden erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfunden.




 
 
 

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