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16 Galanterien - Gavotte und andere

  • Sybille
  • 16. Dez. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Weitere optionale Tänze und Charakterstücke innerhalb einer Suite, die nach der Ouverture oder der festgelegten Folge der traditionellen und musikalisch relativ komplexen oder gravitätischen Grundtänze AllemandeCourante und Sarabande und Gigue nicht notwendig auftauchen mussten, jedoch zur Überraschung und Auflockerung, also zum Divertissement, eingebaut wurden, nannte man Galanterie. 


Dazu gehören vor allem solche Tänze, die am Hofe Ludwigs XIV. in Versailles und im französischen Bühnentanz in Mode gekommen waren, wie z. B. Gavotte, Bourrée, Rigaudon, Air, Passepied, Loure, Forlane u. a. Der Fantasie bei Charakterstücken waren rein theoretisch keine Grenzen gesetzt, es gibt jedoch einige Titel, die vor allem in Deutschland bei Telemann, Bach, Händel   u. a. öfters vorkommen, wie: Badinerie (Scherz), Réjouissance (Fröhlichkeit), Carillon (Glockenspiel).


Die Bourree war ursprünglich ein schwungvoller, bewegter französischer Volkstanz aus der Auvergne mit vielen Synkopen.


Die Gavotte entstand aus einem Volkstanz, der vermutlich aus der Region um Lyon stammt. Er geht auf den Bransle double der Renaissance zurück. Lully führte ihn in seine Ballette und Opern ein. Im Zweiertakt, recht lebhaft, wird die Gavotte in einer Reihe oder im Kreis getanzt, ihr ist ein eleganter und manchmal humorvoller Charakter zu eigen.


 Der Rigaudon ist ein Reihen- und Paartanz im sehr lebhaften Zweier-Takt mit einer vorherrschenden regelmäßigen und hüpfenden Viertel- und Achtelbewegung, ursprünglich ein Volkstanz, wohl aus der Provence. Enge Beziehungen bestehen (wie schon Johann Mattheson 1739 feststellte) vor allem zur Bourrée, und auch zur allerdings viel edleren Gavotte.


Aus der 4. Orchestersuite BWV 1069 D-Dur hören wir die Bourree mit dem Freiburger Barockorchester.


Als Bonus aus der 6. Französischen Suite E-Dur BWV 817 hier die Gavotte, gespielt von Angela Hewitt.


 
 
 

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