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14 Ernste Grandezza - Die Sarabande

  • Sybille
  • 14. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die Sarabande - der dritte Tanz der klassischen Suiten-Folge - entstand wohl in Lateinamerika im 16. Jahrhundert und gelangte von dort nach Spanien. Schon 1583 wurde die Sarabanda in Spanien durch Phillip II. aufgrund ihres wilden und skandalösen Charakters verboten. Dennoch wurde sie rasch sehr populär und verbreitete sich schnell über die Grenzen Spaniens hinaus.

Als Bestandteil der Suite hatte sie - ausgehend von Frankreich - dann einen getragenen, würdevollen Charakter im 3/4 oder 3/2-Takt und lässt "keine lauffende Noten zu, weil die Grandezza solche nicht leiden kann, sondern ihre Ernsthaftigkeit steiff und fest behält“ Mattheson, Rémond de Saint-Mard (1692-1757) jedoch nannte den Ausdruck der Sarabande „immer melancholisch und strahle eine zarte und doch ernste Zärtlichkeit aus“. 

Charakteristisch ist generell die Betonung des 2. Taktteils, das Tempo ist durchgehend langsam oder sehr langsam.

J.S. Bach komponierte insgesamt etwa 40 Sarabanden. Unser erstes Beispiel stammt aus der II. Orchestersuite h-moll BWV 1067, die die Flöte in den Mittelpunkt stellt. 

„Den strengen Kanon in der Sarabande könnte man leicht überhören: Flöte und erste Geige gehen mit einem sanften Thema voran, der Bass folgt im Taktabstand im Kanon der Unterquint. Die beiden Mittelstimmen reichern den Satz zusätzlich mit Vorhalts- und Durchgangsdissonanzen an, was angesichts des komplexen Themas mit seinen vielen Überbindungen wohl nur einem Bach gelingen konnte.“


 Anders die Sarabande aus der Cellosuite V in c-moll BWV 1011; 

Der für den Charakter dieses Tanzes wichtige Tanzrhythmus mit der (meist dissonanten) Betonung auf der zweiten Zählzeit wird hier durch eine rein einstimmige Achtelkette angedeutet wird. Ausdruck und Dissonanzbehandlung sind mit der Arie Seufzer, Thränen, Kummer, Noth aus Kantate 21 verglichen worden.


Sie stellt „ein kompositorisches Wunderwerk dar: sie beschränkt sich auf radikale Einstimmigkeit und gewinnt unter völligem Verzicht auf den charakteristischen Tanzschritt höchste Expressivität allein aus der ungemein persönlichen, von schmerzlichen Vorhalten geprägten melodischen Linie. (So mein Reclam-Kammermusikführer)


 
 
 

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