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11 Vom Tanz zum Konzertstück - Die Tanzsuite

  • Sybille
  • 11. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aus den höfischen Tänzen des späten Mittelalters und der Renaissance, die in in einer bestimmter Abfolge getanzt wurden, entwickelte sich die barocke Suite. Diese wurde dann nicht nur zum Tanz, sondern als Unterhaltungs- bzw. Konzertmusik gespielt. So entstand die Form einer mehrteiligen, zusammenhängenden Abfolge von Instrumental- oder Orchesterstücken zumeist gleicher Tonart, die prägend war für das Barock (bis später, ab Mitte des 18. Jahrhunderts und wesentlich mit Joseph Haydn die Sinfonie dominierend wurde).


Den Tanzsätzen wurde eine Präludium vorangestellt bzw. eine Ouvertüre. Die Ouvertüren wurden mit der Zeit immer umfangreicher, so dass sie oft mehr als die Hälfte der gesamten Spielzeit einnahmen. Aus der wachsenden Bedeutung der Ouvertüre erklärt sich, dass gelegentlich auch für die gesamte Suite der Begriff Ouvertüre verwendet wird. Der italienische Begriff für die Suite ist Partita.


Ab Ende des 17. Jahrhunderts wird der Begriff Suite überwiegend als Auszug oder „Best of“ aus Opern z.B. von Lully verwendet, in diesem Sinne sind auch Suiten z.B. von Sibelius, Grieg, Stravinsky zu verstehen.


Das Grundgerüst einer barocken Suite ist:


Ouvertüre - Allemande - Courante - Sarabande - Gigue.


Zusätzlich können eine Menge weiterer Tänze eingeschoben sein, die man auch als „Galanterien“ bezeichnete.


In den folgenden Beiträgen werden wir uns den einzelnen Tanzsätzen und ihren Eigenheiten widmen, immer mit Beispielen aus dem überreichen Werk von Johann Sebastian Bach. 

Wir beginnen mit der Ouvertüre, hier aus der Suite Nr. 1 C-Dur, BWV 1066.


Die „typische“ französische Ouvertüre hat im ersten Teil ein langsames Tempo und punktierten Rhythmus, dann einen schnelleren, fugierten Teil, der mit einer kurzen Zusammenfassung des ersten Teils abgeschlossen wird. 


Wie immer bei Barock-Musik stellt sich die Klang-Frage: historische Aufführungspraxis oder "klassischer" Orchesterklang? Das wäre ein ganz eigenes, umfangreiches Thema - dazu mehr vielleicht ein anderes Mal. Ich versuche einen Mittelweg zu finden zwischen "kratzig" und zu opulent.

Hier habe ich eine Aufnahme des Cologne Chamber Orchestra ausgesucht, die relativ "straight" daher kommt.



 
 
 

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