10 Mit Würd und Hoheit angetan
- Sybille
- 10. Dez. 2025
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Die Pavane, dieser würdevolle Tanz, wurde an Königs- und Fürstenhöfen bei großen Feierlichkeiten und Bällen vom gesamten Hof getanzt und diente dabei auch der prunkenden Zurschaustellung kostbarer Roben und Gewänder. Man spielte ihn auch bei Hochzeiten zum Einzug der Braut in die Kirche. Die englische Königin Elisabeth I. hatte anscheinend eine Vorliebe für die Pavane. Die Blütezeit erlebte die Pavane im 16. und 17. Jahrhundert. Im Weiteren entwickelte sich die Pavane immer mehr zu einem Trauerstück, verwandt mit Lamento oder Tombeau.
Die Wortherkunft ist unklar; es könnte von Padua (im örtlichen Dialekt Pava genannt) abstammen, oder aber von span. pavón, Pfau.
Victor Hugos Stück "Le roi s'amuse" wurde direkt nach seiner Erstaufführung im Jahr 1832 von der Regierung verboten. Erst 50 Jahre später konnte es wieder aufgeführt werden. Inzwischen hatte Verdi 1851 schon seinen "Rigoletto" komponiert, der auf Hugos Theaterstück basierte und auch bei dieser Uraufführung griff die Zensur ein, so dass die Handlung nach Mantua verlegt werden musste. Das Original-Stück konnte dann 1883 wieder aufgeführt werden, und für diese Aufführungen komponierte Léo Delibes die Bühnenmusik in Form verschiedener Tanzstücke im alten Stil, so auch diese Pavane. Wir hören das Estonian National Symphony Orchester unter Neeme Järmi.
Die zweite Pavane im Angebot ist in etwa zur gleichen Zeit entstanden. Gabriel Fauré schrieb sie ursprünglich fürs Klavier, später kam eine Fassung mit Orchester und Chor hinzu. Er selbst beschrieb sie als „elegant, gewiss, aber nicht besonders wichtig“. Tatsächlich wurde es eines seiner populärsten Stück. In der Orchesterfassung klingt es oft recht "klebrig", diese Klavier-Version mit Lucas Debargue finde ich ganz annehmbar.




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